Samstag, 27. November 2010

Der Körper passt sich an


„Die Fähigkeit zur Anpassung ist ein Grundphänomen aller Lebewesen. Deshalb ist es möglich durch Training (Belastung des Körpers) funktionelle Anpassungen auszulösen“[1] – so heißt es in einem Lehrbuch der Sporttheorie für die Oberstufe. Einfach ausgedrückt bedeutet es: wiederholt man einen spezifischen Reiz mehrfach, automatisiert er sich und prägt sich ein. Und das ist noch nicht einmal spezifisch auf Sport bezogen. Doch wir wollen beim Thema bleiben.
Ein Beispiel für einen Anpassungsvorgang ist Folgendes: Schulsport – Reckturnen. Alle üben Felgauf- und Felgumschwung[2]. Am Ende der Stunde kann jeder rote Stellen an den Händen feststellen; die Stütz- und Drehbewegungen am Barren bewirken eine Reizung der Haut. In den nächsten Tagen kann man dann Schwielen und Hornhautbildung beobachten, der Körper passt die Hände an die Belastung an, beim nächsten Mal Reckturnen tut es dann auch nicht mehr weh.
Muhamed Kahrimanovic nach seinem Weltekord    
Ein extremes Beispiel für Hornhautbildung ist die rechte Hand von Extremkampfsportler Muhamed „die Hammerhand“ Kahrimanovic. Er hält mehrere Guinness-Weltrekorde, unter anderem in Baseballschläger-mit-der-Hand-zerschlagen oder im Harpunen-aus-dem-Wasser-fangen. Manch einer mag ihn bereits im Fernsehen bei diversen Shows gesehen haben: Die Hornhaut- beziehungsweise Schwielenbildung seiner Hand ist noch einmal halb so dick wie eine normale Hand. Doch dies allein reicht nicht aus. In einem Interview sagte Kahrimanovic, man brauche zudem eine gute Portion Konzentration, sowie die richtige Technik. Über 40 Baseballschläger zertrümmert er innerhalb von einer Minute. Und der nächste Rekord ist schon geplant.




Und hier ein Video:
Bruchtest-Weltmeister Muhamed Kahrimanovic in Action. 




[1] Blum, Ingeborg; Friedmann, Dr. Karl: Trainingslehre. Sporttheorie für die Schule. 8. Auflage. promos Verlag GmbH: Pfullingen 2002, S.5
[2] Für diejenigen, die nicht mehr genau wissen, was das ist: Hier eine Demonstration.

Samstag, 20. November 2010

Deutscher Sport wieder auf dem Vormarsch



Von Philipp

Das Sport- Jahr 2010 neigt sich seinem Ende zu und war, wenn man nochmal alles revué passieren lässt, doch recht erfreulich. Eines steht zumindest fest: Der deutsche Sport befindet sich eindeutig wieder auf dem Vormarsch.
Stellvertretend dafür steht zum Beispiel das deutsche Eishockey. Nachdem Bundestrainer Uwe Krupp nach seiner Amtsübernahme 2006 die Nationalmannschaft gleich wieder in die Erstklassigkeit zurückgeführt hat, gab es in den darauffolgenden Jahren viele Höhen und Tiefen. Am Tiefpunkt angekommen ist die deutsche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2009 in Bern. Aus sportlicher Sicht eigentlich abgestiegen, durften die DEB-Cracks nur aufgrund der Heim-WM im darauffolgenden Jahr erstklassig bleiben.
Glück für den DEB und den deutschen Sport an sich, dass ab da an ein Umdenken in der Szene stattfand. Krupp nahm ab diesem Zeitpunkt nur noch Spieler mit, die auch der Philosophie des Bundestrainers entsprachen. Eines seiner prominentesten „Opfer“ dabei war der letztjährige Liga Top-Scorer Thomas Greilinger, der sich die Heim-WM im Frühjahr diesen Jahres vom Fernseher aus ansehen durfte.
Der Lohn für diese konsequente Linie war ein beachtlicher vierter Platz bei der WM, mit dem zuvor nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet hätten. Auch die Titelverteidigung beim Deutschland -Cup letzte Woche gibt Krupp, der nach der WM 2011 in der Slowakei das Traineramt bei den Kölner Haien übernehmen wird, in seiner Vorgehensweise recht. Hut ab und weiter so!
Wenn man schon vom Aufschwung des deutschen Sports spricht, darf man natürlich auch den deutschen Fußball nicht vergessen. Wer erinnert sich nicht mehr an die Bilder des vergangenen Sommers, als ganz Deutschland in ein schwarz-rot- goldenes Fahnenmeer gehüllt war und das sogenannte „Wir-Gefühl“ gestärkt hervorging?! Keiner der sogenannten Experten hatte dieser „viel zu jungen und somit auch viel zu unerfahrenen Mannschaft“ auch nur einen Pfifferling bei der WM in Südafrika zugetraut. Als der Bundestrainer ohne Kuranyi, dafür aber mit Klose und Podolski, die zusammen in der Bundesliga gerade einmal auf fünf Tore kamen, mitgenommen hat, war die Aufregung groß in Fußball-Deutschland. 
Doch auch hier kann man nur den Hut vor Joachim Löw und seiner knallhart durchgezogenen Fußball-Philosophie ziehen.  Was diese junge Elf auf den Platz brachte, hat nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt begeistert. Mit viel Spielwitz und enormen Tempofußball ließen die Löw-Schützlinge große Fußballnationen wie England oder Argentinien wie Schulmannschaften aussehen. Dass es am Ende nicht zum WM-Titel gereicht hat, ist zwar sehr schade, aber keine Katastrophe. Mit so vielen Talenten wie noch nie im deutschen Fußball und einer klaren Linie von Löw gehört Deutschland ganz klar die Zukunft im Weltfußball.
Was den deutschen Kickern in Südafrika noch verwährt geblieben ist, hat ein junger 23-jähriger Deutscher aus Heppenheim bereits geschafft: Sebastian Vettel ist Weltmeister!


Sebastian Vettel
Mit zehn Polepositions und fünf Siegen gibt es um die Gerechtigkeit dieses Erfolges keine zwei Meinungen. Als jüngster Weltmeister der Formel 1-Geschichte hat der sympathische Hesse ganz Deutschland in Ekstase versetzt. Nach den sieben WM-Titeln von Altmeister Michael Schuhmacher – der letzte davon  im Jahre 2004, muss es den von Erfolg verwöhnten deutschen Motorsport-Fans wie eine Ewigkeit vorgekommen sein, bis erneut ein Deutscher auf dem Weltmeisterthron platz nehmen durfte. Dass sogar  Formel 1-Legende Nikki Lauda seine berühmte rote Kappe vor dem neuen Weltmeister zog, spricht für sich. Wir sind wieder wer im Sportgeschäft! Wir sind Weltmeister!                



Samstag, 13. November 2010

Der Alltag eines Leistungsschwimmers


Es gibt Menschen, die hassen Sport. Es gibt Menschen, die machen „ein bisschen“ Sport. Und es gibt eben Menschen, die machen Leistungssport. Da ist der Sport nicht nur Hobby, sondern auch Lebenseinstellung. Man richtet sein komplettes Umfeld, seine Veranstaltungen und auch die Zeit, die man mit Freunden verbringt absolut nach dieser einen Sache aus. Man achtet auf so viele Dinge, die einem „Nicht-Sportler“ gar nicht auffallen würden. Beispielsweise Ernährung: Nach einem harten und auslaugenden Training möglichst viele Kohlenhydrate zu sich nehmen – vorzugsweise durch Nudeln oder Vollkornprodukte. Außerdem sind für den Muskelaufbau Eiweiße sehr wichtig. Die kann man vor allem durch den Verzehr von (Rind-)Fleisch und Fisch zu sich nehmen. Und sollte das nicht genug sein, gibt es ja noch genug Muskelaufbaupräparate. Ja, die gibt es auch auf legalem Wege und sie stehen nicht auf der Dopingliste (zumindest mal nicht alle…). Außerdem muss man darauf achten, dass man genügend Schlaf bekommt – gerade in einer harten Trainingsphase kann eine durchgefeierte Nacht den Körper völlig aus dem Rhythmus bringen.
Dies zunächst einmal zur allgemeinen Situation eines Leistungssportlers. Nun zum – im Titel bereits erwähnten – Alltag eines Leistungsschwimmers. Ich kann hier von persönlichen Erfahrungen berichten, die eine lange Zeit meines Lebens geprägt haben.
 
Morgens: 5 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich verfluche ihn, schließe noch für eine Minute die Augen und quäle mich dann aus dem Bett. Ich ziehe mich an, putze die Zähne und esse eine Kleinigkeit – vielleicht eine Banane oder einen Müsliriegel. Danach wird die am Abend gepackte Schultasche geschnappt, die Kosmetiktasche eingepackt und los geht’s. In Zeiten, in denen ich noch keinen Führerschein hatte, mussten Mama oder Papa herhalten. Die waren natürlich auch nicht unbedingt erfreut, um ihren Schlaf gebracht zu werden. Um 5:40 Uhr dann in der Schwimmhalle, umziehen und kurz aufwärmen. Man starrt müde vor sich hin, den anderen aus der Trainingsgruppe geht es nicht anders. Der Trainer sagt das Programm an – und dann folgt der erste große Moment der Überwindung: mit dem Gefühl der wärmenden Bettdecke noch auf der Haut soll ich nun in dieses eiskalte Wasser springen?! Es gibt angenehmere Momente im Leben.
Doch der „Schock“ hat auch einen Vorteil: man ist dann wach. 
Das Programm, das dann folgt, hängt mit dem Zeitpunkt in der Saison zusammen; sei es Ausdauertraining mit langen Serien oder Schnelligkeitstraining mit vielen kurzen Sprints.
Um 7 Uhr ist die erste Einheit beendet, duschen, umziehen, Haare föhnen und dann direkt in die Schule. Nach der Schule kurz Mittagessen, sich ein bisschen um die Hausaufgaben kümmern und dann um 15 Uhr schon wieder los ins Training.
Hier stehen dann 60-90min Landtraining auf dem Plan, entweder Krafttraining an den Geräten oder Rumpfstabilisation mit Gymnastik- und Medizinbällen. Immer mit abschließendem Dehnprogramm – Flexibilität ist extrem wichtig! Die 2 Stunden Wassertraining, die folgen, hängen wiederum vom Saisonstand ab. Hat man diese hinter sich: wieder duschen, Haare föhnen, ab nach Hause. Abendessen, vielleicht noch die restlichen Hausaufgaben erledigen –
und dann völlig fertig ins Bett fallen.
Nur um das gleiche am nächsten Tag wieder zu tun.
Und am nächsten.
Und am nächsten. . .

Donnerstag, 11. November 2010

Vorstellung Philipp



Mein Name ist Philipp und ich befinde mich im besten Alter, um journalistisch voll durch zu starten. Seit 2009 studiere ich an der Universität Mannheim Germanistik und Geschichte auf Bachelor. Des Weiteren arbeite ich seit über einem Jahr als freier Sport-Journalist.
Neben dem Lesen und Schreiben liegt mein Hauptinteresse somit vor allem auf dem Sport. Dabei haben es mir besonders Mannschaftssportarten wie Fußball, Eishockey und Handball (u.v.m.) angetan. Daher freue ich mich, euch mit meinen (hoffentlich) unterhaltsamen, aber auch kritischen Berichten und Kolumnen rund um das Thema Sport zu versorgen.

Bei Fragen, Kritik und Anregungen könnt ihr euch gerne an folgende E-mail-Adresse wenden:

philipp-facetoface@web.de

Freitag, 5. November 2010

Vorstellung Anja



„Etwas über mich…“ – okay, der Wunsch sei mir Befehl: Mein Name ist Anja, ich bin 20 Jahre alt und studiere (inzwischen auch schon im dritten Semester) Germanistik und Anglistik an der Universität Mannheim. Angestrebter Abschluss: Bachelor of Arts.
Mit der Rubrik „Sport“ verbinde ich persönlich zunächst einmal 8 Jahre Leistungssport – ich war bis ins Jahr 2009 im Baden-Württembergischen Landeskader Schwimmen (und teilweise auch in der Nationalmannschaft). Durch das Training am Olympiastützpunkt Heidelberg bin ich mit vielen anderen Sportlern in Kontakt gekommen und habe mich mit ihnen über ihre persönlichen Erfahrungen ausgetauscht. Nachdem ich meine „Karriere“ beendet habe, stehe ich nun selbst als Trainer am Beckenrand und lerne jetzt auch die andere Seite des Sportlebens kennen.
Ich möchte hier in Zukunft verschiedene Sportler vorstellen, vielleicht mal etwas über „unbekanntere“ Sportarten schreiben und auch von unterschiedlichen Sportevents berichten. Zudem möchte ich euch Einblicke in den Lebensalltag von Leistungssportlern zeigen.

Bei Fragen, Kritik und Anregungen könnt ihr euch gerne an folgende E-mail-Adresse wenden: anja-facetoface@web.de