Freitag, 31. Dezember 2010

Dirk Nowitzki

von Philipp

Wenn es um deutsche Superstars geht, die weit über unsere Landesgrenzen hinweg bekannt sind, dann wird und darf ein bestimmter Name mit Sicherheit nicht fehlen: Dirk Nowitzki.
Der deutsche Basketballspieler gehört zu den absoluten Top-Stars in der besten Basketball-Liga der Welt – der NBA.
Dabei war für den 2,13 Meter großen Nowitzki nicht von vorneherein klar, dass er später einmal sein Geld mit dem Basketballspielen verdienen wird bzw. auch will. Erst mit dreizehn Jahren kam er durch seinen Cousin zum Spiel der großen Menschen. Zuvor spielte der gebürtige Würzburger viel lieber Tennis und Handball wie sein Vater. Doch schon sehr schnell stellte sich heraus, dass „Big D“ ein Ausnahmetalent im Basketball ist und eines Tages ein ganz Großer werden kann.
Die Scouts der NBA wurden erstmals 1997 auf den Deutschen aufmerksam, als er beim „Nike Hoop Summit“ in San Antonio eine Junioren-Weltauswahl gegen die besten US-Junioren mit einer überragenden Leistung zum Sieg führte (33 Punkte und 14 Rebounds).
Danach ging alles sehr schnell – für den sensiblen Nowitzki schon fast zu schnell. Beim „NBA Draft“ 1998 wurde er von den „Milwaukee Bucks“ an neunter Stelle ausgewählt und anschließend zu den „Dallas Mavericks“ transferiert. Dirk Nowitzki war damit der erste deutsche Basketballer überhaupt, der direkt aus Europa in die NBA wechselte. Der in den 1990er Jahren unter anderem bei den „Seattle SuperSonics“ erfolgreiche Detlef Schrempf hatte zuvor an einem amerikanischen College gespielt. Diesen Weg schlug Nowitzki aber, nach langer Überlegung mit seinem Förderer und Manager Holger Geschwinder, letztendlich aus und entschied sich für den direkten Weg.
Nach Startschwierigkeiten fand sich der Mann mit der Nummer 41 immer besser in Dallas zurecht und verbesserte sich bereits in seinem zweiten Jahr in allen statistischen Kategorien (Punkte, Rebounds, Assits, Blocks, Steals) erheblich. Nowitzki entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zum unangefochtenen Leader in Dallas und stellte mehrere Vereinsrekorde auf. Seit der Spielzeit 2000/01 ist er der erfolgreichste Korbjäger der „Mavericks“. Sein Höhepunkt dabei war das Spiel gegen die „Houston Rockets“ im Dezember 2004 als ihm sagenhafte 53 Punkte gelangen.
Doch die größte Auszeichnung war für den mittlerweile neunfachen All-Star-Spieler die Wahl zum Most Valuable Player (MVP), also zum wertvollsten Spieler der gesamten Liga gewählt zu werden und das als bislang erster und einziger Europäer überhaupt.
In der aktuellen NBA-Saison befindet sich das „german Wunderkind“, wie er in den USA liebevoll genannt wird, mit seinen „Mavericks“ auf einem guten Weg, um endlich die ersehnte erste Meisterschaft zu holen. Mit einem diesmal gut zusammengestellten Team und einem sich abermals in bestechender Form befindenden Nowitzki (Platz 5 in der momentanen Punktewertung) ist die Chance scheinbar so groß wie nie, um den ersehnten Pokal zu gewinnen – was nebenbei gesagt zuvor auch noch nie einem deutschen Basketballspieler gelungen ist.


Größten Erfolg Nowitzkis in der Nationalmannschaft:    

2002: 3. Platz bei der Weltmeisterschaft in den USA
           Nowitzki war der bester Scorer des Turniers und wurde zum MVP gewählt
2005: 2.Platz bei der Europameisterschaft im damaligen Serbien-Montenegro
           Nowitzki wurde abermals bester Scorer und MVP des Turniers

Bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking trug Dirk Nowitzki die
deutsche Fahne ins Stadion.



Freitag, 17. Dezember 2010

„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“

von Philipp

Der Fußball ist bekanntermaßen des Deutschen liebstes Kind. Das jedoch die von Millionen von Menschen verehrten Idole und Helden nicht immer zu den hellsten Sternen am Himmel gehören, sieht man spätestens dann, wenn sie gebeten werden ein paar Worte für ein Fernseh-Interview oder Ähnliches  in ein Mikrophon zu sprechen. Aber oft ist es nicht die fehlende Intelligenz, die den Typus „Fußballprofi“ zu solchen Aussagen treibt – nein – oftmals ist es auch einfach nur der sarkastisch beißende Humor, die ein Fußballer besitzt.
Hier habe ich euch mal eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der besten Fußballersprüche zusammengestellt.
Richard Golz:   „Ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.“
Olaf Thon:        „Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu!“
Steffen Freund: „Es war ein wunderschöner Augenblick, als der Bundestrainer sagte: 'Komm   Steffen, zieh' deine Sachen aus, jetzt geht's los.“
Rudi Völler: „Zu 50 Prozent stehen wir im Viertelfinale, aber die halbe Miete ist das noch lange nicht!“
Jürgen Wegmann: „Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.“
George Best: „Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos
ausgegeben... Den Rest habe ich einfach verprasst.“
Andreas Möller: „Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber.“
Andreas Möller: „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!“
Paul Breitner: „Da kam dann das Elfmeterschiessen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir lief's ganz flüssig.“
Roland Wohlfahrt: „Zwei Chancen, ein Tor – das  nenne ich hundertprozentige Chancenauswertung!“
Thomas Hässler: „Ich bin körperlich und physisch topfit.“
Hans Krankl: „Wir müssen gewinnen, alles andere ist primär.“
Berti Vogts: „Wenn ich über's Wasser laufe, dann sagen meine Kritiker, nicht mal schwimmen kann er...“
Berti Vogts (vor dem WM-Spiel gegen Kroatien): „Die Kroaten sollen ja auf alles treten, was sich bewegt – da hat unser Mittelfeld ja nichts zu befürchten...“
Manfred Krafft: „Meine Mannschaft ist 15- oder 16mal ins Abseits gerannt. Das haben wir auch die ganze Woche geübt.“
Markus Lotter: „Natürlich weiß ich, was Abseits ist. Ich habe ja ein ganzes Jahr dringestanden.“
Fritz Langner: „Ihr Fünf spielt jetzt vier gegen drei!“
Quelle:  Wer noch nicht weiß, was er sich zu Weihnachten schenken lassen soll und Spaß an solchen Fußball-Wahrheiten hat, ist mit diesem Buch gut beraten: „Ein Tor würde dem Spiel gut tun“, präsentiert von Ben Redelings

Hier geht´s zur Online-Bestellung:
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Samstag, 11. Dezember 2010

Abnehmen - aber wie?


Viele von uns kennen das Problem: kleine Speckröllchen am Bauch, der Hintern zu dick, die Arme schwabbelig. Man fühlt sich aufgebläht – und die Waage zeigt einem nicht unbedingt das an, was man gerne sehen möchte. Vor allem zur Weihnachtszeit, wenn man den guten Plätzchen, der üppigen Weihnachtsgans und dazu noch der ganzen Schokolade, die man geschenkt bekommt, einfach nicht widerstehen konnte. Viele fassen zu Silvester als guten Vorsatz fürs neue Jahr: Ich will abnehmen! Doch viele haben keine konkrete Vorstellung, wie das ablaufen soll.
Wichtig ist zunächst, dass eine dauerhafte Gewichtsabnahme auch wirklich nur durch dauerhafte Disziplin zu erreichen ist. Und wirklich abnehmen kann man eben leider auch wirklich nur durch körperliche Ertüchtigung in Kombination mit gesunder, ausgewogener Ernährung. Viele der Diäten, die in Frauenzeitschriften wie „Bild der Frau“ oder „Bunte“ erklärt und vorgestellt werden, bringen zwar einen kurzfristigen Erfolg, jedoch setzt auch kurz darauf wieder der allseits bekannte Jo-Jo-Effekt ein. Zumal die meisten dieser Diäten ohnehin nur auf Wasserverlust und nicht auf Fettab- und Muskelaufbau ausgelegt sind.
Ein konkretes Sportprogramm besteht idealerweise aus einer Kombination von Ausdauer- und Krafttraining. Entgegen der früher weit verbreiteten Meinung, dass zum Abnehmen ausschließlich Ausdauertraining von Nöten sei, ist es wichtig, ein gezieltes Krafttraining mit zusätzlichem Aufbau von Muskelmasse zusätzlich zu absolvieren, denn Muskeln verbrennen Kalorien und damit Fett. Ideal ist es, wenn das Ausdauertraining und das Krafttraining gesplittet stattfinden. Falls der Terminkalender dies nicht zulässt, gilt die Faustregel: Krafttraining vor Ausdauertraining.
Ausdauertraining sollte mindestens 30min und in einem niedrigeren Pulsbereich absolviert werden (d.h. ca. 120 Herzschläge pro Minute). Neben dem Ausdauerlauf, der einfachsten und bekanntesten Methode, gibt es jedoch auch noch viele weitere. Beim Skilanglauf zum Beispiel werden auch die Arme mit eingebunden und die Kombination der Bewegung ist noch einmal eine besondere Herausforderung. Man kann jedoch auch Mountainbiken, Inlineskaten, Nordic Walking betreiben oder Schwimmen. Letzteres sollte jedoch technisch zumindest in Grobzügen gut beherrscht sein, denn Fehler führen vor allem beim Brustschwimmen zu Gelenkbeschwerden und Schmerzen.
Beim Krafttraining ist es wichtig, den korrekten Bewegungsablauf ausführen zu können und keine Haltungsfehler zu haben. Aus diesem Grund ist es das Beste, zunächst einmal einen professionellen Trainer zu bitten, die Übungen zu erklären und vorzumachen und ansonsten die Übungen bestenfalls zu Zweit durchzuführen, so dass ein Partner den Bewegungsablauf kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren kann. Für ein effektives Aufbautraining sollten vor allem große Muskelgruppen stimuliert werden, wie beispielsweise der Oberschenkel oder der hintere Rücken. Ideal sind drei bis vier Sätze pro Gerät mit ca. 12-15 Wiederholungen und mittlerer Intensität. Nach jedem Durchgang sollte der Sportle etwa eine bis zwei Minuten Pause machen, um sich erneut zu konzentrieren und den optimalen Bewegungsablauf zu ermöglichen.
Hier nun einige Übungen, die ihr in euer persönliches Krafttraining mit einbauen könnt:

Samstag, 4. Dezember 2010

Ein denkwürdiger Tag

                                                                        von Philipp

Der letzte Donnerstag markierte ohne Zweifel einen denkwürdigen Tag im Weltfußball. Am 02.12.2010 wurden nämlich die Gastgeber für die FIFA-Fußball Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gewählt und vorgestellt. Mit Russland (WM 2018) und Katar (WM 2022) bekamen zwei Länder den Zuschlag, mit denen im Voraus so keiner gerechnet hätte.

Der FIFA-WM Pokal
So setzte sich Russland etwa gegen Mitbewerber wie Spanien/Portugal oder den eigentlichen Favoriten England durch. Katar behielt dagegen gegen USA und Australien die Oberhand.Dass diese Votum von dem FIFA-Exekutivkomitee für helle Aufregung und teilweise auch für Empörung sorgte, ist somit nicht weiter verwunderlich.
Statt im Fußball-Mutterland England, in dem die Stadien beeindruckend und die Stimmung bekanntermaßen hervorragend ist, wird die WM im fußballkulturarmen, dafür aber wirtschaftlich umso reicheren Russland ausgetragen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt! Oder etwa doch nicht?! Denn nicht nur das reichr Russland, sondern auch der Wüstenstaat Katar, mit gerade einmal 1,7 Millionen Einwohnern dürfen nur vier Jahre später die nächste Fußball-Weltmeisterschaft austragen. Rund drei Milliarden Euro sollen in diese WM investiert werden. Die Stadien, die aufgrund der kleinen Fläche Katars nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, sollen vollklimatisiert sein. Ob allerdings in einer Nation, die nur so wenige Einwohner aufweist und sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, echte Fußballstimmung aufkommt, darf bezweifelt werden. Mit dieser Entscheidung, die sich bereits im Voraus der Korruption verdächtig hat, werden die wirtschaftlichen Interessen ganz eindeutig den sportlichen übergeordnet.

Natürlich könnte man jetzt behaupten, dass die FIFA den Fußball in der ganzen Welt bekannt machen möchte und so gleichzeitig auch kulturelle und religiöse Grenzen überwindet, aber dies wäre  bei aller Romantik - zu einfach gedacht. Die FIFA ist kein global operierendes Unternehmen, das neue Märkte erobern soll, sondern ist - oder sollte es zumindest sein - ein gemeinnütziger Sportverband.
Doch schon die "Basler Zeitung" (SUI) hat mit ihrer Stellungnahme: "Nichts ist unmöglich. Vor allem nicht, wenn es um Macht und Geld geht." den Nagel auf den Kopf getroffen.

Samstag, 27. November 2010

Der Körper passt sich an


„Die Fähigkeit zur Anpassung ist ein Grundphänomen aller Lebewesen. Deshalb ist es möglich durch Training (Belastung des Körpers) funktionelle Anpassungen auszulösen“[1] – so heißt es in einem Lehrbuch der Sporttheorie für die Oberstufe. Einfach ausgedrückt bedeutet es: wiederholt man einen spezifischen Reiz mehrfach, automatisiert er sich und prägt sich ein. Und das ist noch nicht einmal spezifisch auf Sport bezogen. Doch wir wollen beim Thema bleiben.
Ein Beispiel für einen Anpassungsvorgang ist Folgendes: Schulsport – Reckturnen. Alle üben Felgauf- und Felgumschwung[2]. Am Ende der Stunde kann jeder rote Stellen an den Händen feststellen; die Stütz- und Drehbewegungen am Barren bewirken eine Reizung der Haut. In den nächsten Tagen kann man dann Schwielen und Hornhautbildung beobachten, der Körper passt die Hände an die Belastung an, beim nächsten Mal Reckturnen tut es dann auch nicht mehr weh.
Muhamed Kahrimanovic nach seinem Weltekord    
Ein extremes Beispiel für Hornhautbildung ist die rechte Hand von Extremkampfsportler Muhamed „die Hammerhand“ Kahrimanovic. Er hält mehrere Guinness-Weltrekorde, unter anderem in Baseballschläger-mit-der-Hand-zerschlagen oder im Harpunen-aus-dem-Wasser-fangen. Manch einer mag ihn bereits im Fernsehen bei diversen Shows gesehen haben: Die Hornhaut- beziehungsweise Schwielenbildung seiner Hand ist noch einmal halb so dick wie eine normale Hand. Doch dies allein reicht nicht aus. In einem Interview sagte Kahrimanovic, man brauche zudem eine gute Portion Konzentration, sowie die richtige Technik. Über 40 Baseballschläger zertrümmert er innerhalb von einer Minute. Und der nächste Rekord ist schon geplant.




Und hier ein Video:
Bruchtest-Weltmeister Muhamed Kahrimanovic in Action. 




[1] Blum, Ingeborg; Friedmann, Dr. Karl: Trainingslehre. Sporttheorie für die Schule. 8. Auflage. promos Verlag GmbH: Pfullingen 2002, S.5
[2] Für diejenigen, die nicht mehr genau wissen, was das ist: Hier eine Demonstration.

Samstag, 20. November 2010

Deutscher Sport wieder auf dem Vormarsch



Von Philipp

Das Sport- Jahr 2010 neigt sich seinem Ende zu und war, wenn man nochmal alles revué passieren lässt, doch recht erfreulich. Eines steht zumindest fest: Der deutsche Sport befindet sich eindeutig wieder auf dem Vormarsch.
Stellvertretend dafür steht zum Beispiel das deutsche Eishockey. Nachdem Bundestrainer Uwe Krupp nach seiner Amtsübernahme 2006 die Nationalmannschaft gleich wieder in die Erstklassigkeit zurückgeführt hat, gab es in den darauffolgenden Jahren viele Höhen und Tiefen. Am Tiefpunkt angekommen ist die deutsche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2009 in Bern. Aus sportlicher Sicht eigentlich abgestiegen, durften die DEB-Cracks nur aufgrund der Heim-WM im darauffolgenden Jahr erstklassig bleiben.
Glück für den DEB und den deutschen Sport an sich, dass ab da an ein Umdenken in der Szene stattfand. Krupp nahm ab diesem Zeitpunkt nur noch Spieler mit, die auch der Philosophie des Bundestrainers entsprachen. Eines seiner prominentesten „Opfer“ dabei war der letztjährige Liga Top-Scorer Thomas Greilinger, der sich die Heim-WM im Frühjahr diesen Jahres vom Fernseher aus ansehen durfte.
Der Lohn für diese konsequente Linie war ein beachtlicher vierter Platz bei der WM, mit dem zuvor nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet hätten. Auch die Titelverteidigung beim Deutschland -Cup letzte Woche gibt Krupp, der nach der WM 2011 in der Slowakei das Traineramt bei den Kölner Haien übernehmen wird, in seiner Vorgehensweise recht. Hut ab und weiter so!
Wenn man schon vom Aufschwung des deutschen Sports spricht, darf man natürlich auch den deutschen Fußball nicht vergessen. Wer erinnert sich nicht mehr an die Bilder des vergangenen Sommers, als ganz Deutschland in ein schwarz-rot- goldenes Fahnenmeer gehüllt war und das sogenannte „Wir-Gefühl“ gestärkt hervorging?! Keiner der sogenannten Experten hatte dieser „viel zu jungen und somit auch viel zu unerfahrenen Mannschaft“ auch nur einen Pfifferling bei der WM in Südafrika zugetraut. Als der Bundestrainer ohne Kuranyi, dafür aber mit Klose und Podolski, die zusammen in der Bundesliga gerade einmal auf fünf Tore kamen, mitgenommen hat, war die Aufregung groß in Fußball-Deutschland. 
Doch auch hier kann man nur den Hut vor Joachim Löw und seiner knallhart durchgezogenen Fußball-Philosophie ziehen.  Was diese junge Elf auf den Platz brachte, hat nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt begeistert. Mit viel Spielwitz und enormen Tempofußball ließen die Löw-Schützlinge große Fußballnationen wie England oder Argentinien wie Schulmannschaften aussehen. Dass es am Ende nicht zum WM-Titel gereicht hat, ist zwar sehr schade, aber keine Katastrophe. Mit so vielen Talenten wie noch nie im deutschen Fußball und einer klaren Linie von Löw gehört Deutschland ganz klar die Zukunft im Weltfußball.
Was den deutschen Kickern in Südafrika noch verwährt geblieben ist, hat ein junger 23-jähriger Deutscher aus Heppenheim bereits geschafft: Sebastian Vettel ist Weltmeister!


Sebastian Vettel
Mit zehn Polepositions und fünf Siegen gibt es um die Gerechtigkeit dieses Erfolges keine zwei Meinungen. Als jüngster Weltmeister der Formel 1-Geschichte hat der sympathische Hesse ganz Deutschland in Ekstase versetzt. Nach den sieben WM-Titeln von Altmeister Michael Schuhmacher – der letzte davon  im Jahre 2004, muss es den von Erfolg verwöhnten deutschen Motorsport-Fans wie eine Ewigkeit vorgekommen sein, bis erneut ein Deutscher auf dem Weltmeisterthron platz nehmen durfte. Dass sogar  Formel 1-Legende Nikki Lauda seine berühmte rote Kappe vor dem neuen Weltmeister zog, spricht für sich. Wir sind wieder wer im Sportgeschäft! Wir sind Weltmeister!                



Samstag, 13. November 2010

Der Alltag eines Leistungsschwimmers


Es gibt Menschen, die hassen Sport. Es gibt Menschen, die machen „ein bisschen“ Sport. Und es gibt eben Menschen, die machen Leistungssport. Da ist der Sport nicht nur Hobby, sondern auch Lebenseinstellung. Man richtet sein komplettes Umfeld, seine Veranstaltungen und auch die Zeit, die man mit Freunden verbringt absolut nach dieser einen Sache aus. Man achtet auf so viele Dinge, die einem „Nicht-Sportler“ gar nicht auffallen würden. Beispielsweise Ernährung: Nach einem harten und auslaugenden Training möglichst viele Kohlenhydrate zu sich nehmen – vorzugsweise durch Nudeln oder Vollkornprodukte. Außerdem sind für den Muskelaufbau Eiweiße sehr wichtig. Die kann man vor allem durch den Verzehr von (Rind-)Fleisch und Fisch zu sich nehmen. Und sollte das nicht genug sein, gibt es ja noch genug Muskelaufbaupräparate. Ja, die gibt es auch auf legalem Wege und sie stehen nicht auf der Dopingliste (zumindest mal nicht alle…). Außerdem muss man darauf achten, dass man genügend Schlaf bekommt – gerade in einer harten Trainingsphase kann eine durchgefeierte Nacht den Körper völlig aus dem Rhythmus bringen.
Dies zunächst einmal zur allgemeinen Situation eines Leistungssportlers. Nun zum – im Titel bereits erwähnten – Alltag eines Leistungsschwimmers. Ich kann hier von persönlichen Erfahrungen berichten, die eine lange Zeit meines Lebens geprägt haben.
 
Morgens: 5 Uhr. Der Wecker klingelt. Ich verfluche ihn, schließe noch für eine Minute die Augen und quäle mich dann aus dem Bett. Ich ziehe mich an, putze die Zähne und esse eine Kleinigkeit – vielleicht eine Banane oder einen Müsliriegel. Danach wird die am Abend gepackte Schultasche geschnappt, die Kosmetiktasche eingepackt und los geht’s. In Zeiten, in denen ich noch keinen Führerschein hatte, mussten Mama oder Papa herhalten. Die waren natürlich auch nicht unbedingt erfreut, um ihren Schlaf gebracht zu werden. Um 5:40 Uhr dann in der Schwimmhalle, umziehen und kurz aufwärmen. Man starrt müde vor sich hin, den anderen aus der Trainingsgruppe geht es nicht anders. Der Trainer sagt das Programm an – und dann folgt der erste große Moment der Überwindung: mit dem Gefühl der wärmenden Bettdecke noch auf der Haut soll ich nun in dieses eiskalte Wasser springen?! Es gibt angenehmere Momente im Leben.
Doch der „Schock“ hat auch einen Vorteil: man ist dann wach. 
Das Programm, das dann folgt, hängt mit dem Zeitpunkt in der Saison zusammen; sei es Ausdauertraining mit langen Serien oder Schnelligkeitstraining mit vielen kurzen Sprints.
Um 7 Uhr ist die erste Einheit beendet, duschen, umziehen, Haare föhnen und dann direkt in die Schule. Nach der Schule kurz Mittagessen, sich ein bisschen um die Hausaufgaben kümmern und dann um 15 Uhr schon wieder los ins Training.
Hier stehen dann 60-90min Landtraining auf dem Plan, entweder Krafttraining an den Geräten oder Rumpfstabilisation mit Gymnastik- und Medizinbällen. Immer mit abschließendem Dehnprogramm – Flexibilität ist extrem wichtig! Die 2 Stunden Wassertraining, die folgen, hängen wiederum vom Saisonstand ab. Hat man diese hinter sich: wieder duschen, Haare föhnen, ab nach Hause. Abendessen, vielleicht noch die restlichen Hausaufgaben erledigen –
und dann völlig fertig ins Bett fallen.
Nur um das gleiche am nächsten Tag wieder zu tun.
Und am nächsten.
Und am nächsten. . .