Samstag, 4. Dezember 2010

Ein denkwürdiger Tag

                                                                        von Philipp

Der letzte Donnerstag markierte ohne Zweifel einen denkwürdigen Tag im Weltfußball. Am 02.12.2010 wurden nämlich die Gastgeber für die FIFA-Fußball Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gewählt und vorgestellt. Mit Russland (WM 2018) und Katar (WM 2022) bekamen zwei Länder den Zuschlag, mit denen im Voraus so keiner gerechnet hätte.

Der FIFA-WM Pokal
So setzte sich Russland etwa gegen Mitbewerber wie Spanien/Portugal oder den eigentlichen Favoriten England durch. Katar behielt dagegen gegen USA und Australien die Oberhand.Dass diese Votum von dem FIFA-Exekutivkomitee für helle Aufregung und teilweise auch für Empörung sorgte, ist somit nicht weiter verwunderlich.
Statt im Fußball-Mutterland England, in dem die Stadien beeindruckend und die Stimmung bekanntermaßen hervorragend ist, wird die WM im fußballkulturarmen, dafür aber wirtschaftlich umso reicheren Russland ausgetragen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt! Oder etwa doch nicht?! Denn nicht nur das reichr Russland, sondern auch der Wüstenstaat Katar, mit gerade einmal 1,7 Millionen Einwohnern dürfen nur vier Jahre später die nächste Fußball-Weltmeisterschaft austragen. Rund drei Milliarden Euro sollen in diese WM investiert werden. Die Stadien, die aufgrund der kleinen Fläche Katars nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen, sollen vollklimatisiert sein. Ob allerdings in einer Nation, die nur so wenige Einwohner aufweist und sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifizieren konnte, echte Fußballstimmung aufkommt, darf bezweifelt werden. Mit dieser Entscheidung, die sich bereits im Voraus der Korruption verdächtig hat, werden die wirtschaftlichen Interessen ganz eindeutig den sportlichen übergeordnet.

Natürlich könnte man jetzt behaupten, dass die FIFA den Fußball in der ganzen Welt bekannt machen möchte und so gleichzeitig auch kulturelle und religiöse Grenzen überwindet, aber dies wäre  bei aller Romantik - zu einfach gedacht. Die FIFA ist kein global operierendes Unternehmen, das neue Märkte erobern soll, sondern ist - oder sollte es zumindest sein - ein gemeinnütziger Sportverband.
Doch schon die "Basler Zeitung" (SUI) hat mit ihrer Stellungnahme: "Nichts ist unmöglich. Vor allem nicht, wenn es um Macht und Geld geht." den Nagel auf den Kopf getroffen.

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